



Vieregge(Chronik)
Am 25.3.1278 schenkt Fürst Wizlav II. von Rügen Vierey dem Cisterzienser-Nonnenkloster
in Bergen auf Rügen und überfragt diesem am 10.10.1285 nochmals
das Eigentum Dorfe Vierey sowie die Kapelle auf dem Rugard, Nach dem fürstlich
rügenschen Hebungsregister des Vogtes Braunschweig vom Jahre 1314 wird
„de vyrey" eine Hebung von 25 Hüten (uncii) berechnet. Nach
der Roeskilder Matrikel 1118 zahlt Vireye 22 Scheffel (modii) /.um Biscbofsroggen.
Arn 30.7.1333 verkauft das J Kloster Bergen Vieregge ,,seine armen Leuten
und Untertanen" daselbst. Das bedeutet aber nicht, dass damit das Obereigentum
des Klosters an Vieregge endete. Dasselbe blieb als solches bestehen; aber
die Bauern waren nun Besitzer aller Gebäude und hatten erbliche Höfe
gewissermaßen zu Lehn vom Kloster. Nach der Säkularisation 1536
gingen die Rechte des aufgelösten Klosters an den Landesherrn, den Herzog
von Pommern, über, ohne dass sich an den Rechten und Pflichten der Bauern
viel änderte. Und so schreibt Wackenroder ca. 1705 im „Atlen und
Neuen Rügen": „Vyrey unter dem Königlichen Amt".
Nach dem Schwedisch-Pommerschen Hofkalender 1802 gehörte jedoch ein Anteil
von Vieregge zum Gut Lebbin als Untertanen- und wohl später Einliegerwohnung.
Aus Vieregge stammte Christian Buker, 1613 Pfarrer zu Neuenkirchen/Rügen.
Die Bauern wurden spätestens in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts
vielleicht schon früher, freie Eigentümer ihrer bisherigen Erbpachthöfe,
und werden als solche auch in den Provinzialkalendern von 1840 und 1855 angeführt.
Einzelne Vieregger Bauern kamen zu recht gutem Wohlstand: so kaufte der Bauer
Abshagen aus Vieregge 1857 die Insel Oehe bei Schaprode, und Ludwig Stahnke
aus V. war 1892 Besitzer des benachbarten Gutes Reetz. 1855 heißt es
im Prov. Kalender: „Vieregge, Bauerndorf. 26 Häuser und 121 Bewohner.
Schulze: Abshagen." Der Schulze 1840 hieß Stahnke. Diese Namen
waren also vorherrschend in Vieregge. Die Einwohnerzahl scheint sich gleich
geblieben zu sein und wird 1935 mit 120 Seelen angegeben. Das sehr schön
und malerisch am Breetzer Bodden gelegene, echt rügensche Bauemund Fischerdorf
war seit alter Zeit Fähr- und Überfahrtsstelle zur „Kamminer
Fähre" nach der Halbinsel Wittow hinüber.
Im Provinzialkalender 1855 heißt es weiter: „Moor, Einliegerdorf
an Vieregge, 3 Häuser, 14 Einwohner."
HANS-HENNING HOFMANN
Verfasser
und Autor
der der Chronik Neuenkirchen
Band 1/2