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Verfasser
und Autor
der
Bände 1/2
Hans-Henning Hofmann
Am
9.11.2005 hatte ich ein Gespräch mit
Frau Else Finger, geb. Mahl, geboren am 2. Januar 1920 auf Liddow.
Frau
Finger erzählte. dass sie in Liddow eine glückliche Kindheit erlebte.
Der Vater arbeitete auf dem Gut mit 75 Pfennigen am Tag. Dieser Verdienst
war sehr gering und sehr oft war kein Geld vorhanden.
Besonders schlimm war es, wenn das Lichtgeld in bar bezahlt werden musste.
Zur Schule mussten die Liddower Kinder nach Neuenkirchen. Das Problem dabei,
war das Wasser, eine Brücke gab es nicht, deshalb wurden die Kinder
mit dem Ruderboot übersetzt. Wenn es kalt wurde, und es bildete sich
das erste Eis, dann war es besonders schwer mit dem Boot an das andere Ufer
zu kommen, vor dem Boot musste dann das Eis zerschlagen werden.
Wenn das Eis dick genug war, gingen wir zu Fuß darüber. Da es
hier aber immer eine unter der Eisdecke gab, war man nicht immer sicher
ob es halten wird.
Nachdem wir das kurze Wasserhindernis überwunden hatten, mussten wir
noch ca. 30 Minuten zu Fuß zur Schule nach Neuenkirchen laufen.
Frau Finger kannte noch den Besitzer des Gutes Liddow persönlich, Professor
Mecklenburg,der ein netter Gutsbesitzer war.
Kurz vor dem 2. Wehkrieg kaufte Professor Mecklenburg das Gut Liddow. Er
hatte vorher in der Sowjetunion (Russland) gelebt.
Die Landwirtschaft auf dem Gut Liddow wurde durch den Inspektor Dähn
geleitet und kontrolliert.
Die Landarbeiter des Gutes Liddow waren, was Lebensmittel anbetraf, Selbstversorger.
So wurde 2 x in Jahr je ein Schwein geschlachtet, Geflügel, Schafe,
aber auch eine Kuh gehörten zu jeden Haushalt. Das Brot wurde selbst
gebacken (alle 14 Tage). Durch die Kuh gab es Milch, Butter und Quark. Aber
Streichhölzer, Waschpulver, viele andere Dinge mussten für bares
Geld gekauft werden. Da das Geld immer knapp war wurde auch nur das Notwendigste
gekauft. Holz, Kohlen, aber auch Strauchholz waren die Energiequellen für
die Zubereitung der Hauptmalzeiten, beziehungsweise einer warmen Stube in
der kalten Winterzeit...
Auszüge
der Chronik Neuenkirchen
Band 1/2


Eine Zeitzeugin erzählt über die Halbinsel Liddow