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Verfasser
und Autor
der
Bände 1/2
Hans-Henning Hofmann
1947
war ich als 10 jähriger Bub das erste Mal in Neuenkirchen. Der 2. Weltkrieg
war über 2 Jahre zu Ende. In Trent war der Sitz des Bezirksbürgermeisters
(Dierberg). Eines Tages im Sommer musste mein Onkel Otto Gips im Auftrage
des Bürgermeisters nach Vieregge und Laase. Warum weiß ich nicht.
Ich vermute es ging um die Ablieferung landwirtschaftlicher Produkte.
Wir fuhren von Trent nach Laase mit einem Einspänner. Vorne sollen
der Kutscher und Otto Gips, hinten hatte ich es mir bequem gemacht. Von
Laase rühren wir mit dem Einspänner über den Kirchberg Richtung
Vieregge,
Der Wagen hatte keine Bremsen, so endete die Fahrt erst mal an der Wand
des Schulgebäudes von Neuenkirchen. Es war weiter nichts passiert,
außer dass die Schere des Wagens an der Schulmauer zerbrach. Nachdem
der Schaden behoben war, fuhren wir Richtung Vieregge. Da sind mir noch
die Brunnen mit einer Hebelziehvorrichtung wie in der Pußta in Erinnerung.
In den Jahren 1957 - 1959 habe ich diese Brunnen nicht mehr gesehen. Während
dieser Zeit hatten wir von der Fachschule für Landwirtschaft in Bergen
einige Male ein Praktikum zu absolvieren. Es wurde in der LPG „Neuer
Weg" in Vieregge noch in der Scheune Getreide gedroschen.
Einmal nahmen wir an einer Vollversammlung der LPG Vieregge teil. Vorsitzender
der Genossenschaft war Hans Schwanz. Wir lagen auf unseren Strohsäcken
und verfolgten die Diskussion der Vollversammlung. Der Maurermeister Heinz
Leplow aus Neuenkirchen hatte in der Genossenschaft laufend Maurerarbeiten
zu erledigen. Büro, Geflügelanlage, Schaffung von Kuhplätzen
in Scheunen, neue Schweineställe. Von all diesen Bauten steht heute
nichts mehr. Auch die Elektrifizierung des Dorfes mit seinen Produktionsbauten
hatte der Genossenschaft ein Vermögen gekostet. Während unseres
Einsatzes wurden wir von der Genossenschaftsküche gut versorgt. In
dieser Zeit gab es noch Lebensmittelkarten.
Wir Fachschüler wurden auch in Neuenkirchen zum Kartoffeln sammeln
im Spätherbst eingesetzt. Zuerst war es noch ein ÖLB (örtlicher
Landwirtschaftsbetrieb) der von der MTS Trent aus geleitet wurde (Herbert
Kalies). In diesem Betrieb wurden aulgegebene Bodenreformwirtschaften recht
und schlecht bewirtschaftet. Einmal wurden wir im Saal der Gastwirtschaft
Neuenkirchen wieder auf Strohsäcken untergebracht, ein anderes Mal
in der Baracke (die heute noch steht) der Agrarprodukt GmbH Neuenkirchen...
Auszüge
der Chronik Neuenkirchen
Band 1/2

